Es gibt rund 2 Millionen Waffen in der Schweiz, was geschieht mit ihnen?

Die Schweiz hat eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der industrialisierten Länder, trotz vergleichsweise liberaler Waffengesetze.

Statistik

Die Schweiz hat eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der industrialisierten Länder, trotz vergleichsweise liberaler Waffengesetze.
Die Schweiz hat eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der industrialisierten Länder, trotz vergleichsweise liberaler Waffengesetze.
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2015 gab es in der Schweiz 0,5 Schießereien auf 100 000 Einwohner (rund 40 im Jahr), im Verglichen zur USA mit fünf Schießereien auf 100 000 Einwohner (rund 30-40 pro Tag).

Die Small Arms Survey geht davon aus, dass es in der Schweiz rund 45,7 Waffen pro 100 Einwohner gibt. Das wäre der dritthöchste Wert der Welt nach den USA (88,8) und Jemen (54,8). Der Schweizer Staat schätz, dass es eine Waffe auf vier Einwohner gibt, bzw. rund zwei Millionen.

Zukunft

Im Jahr 2011 lehnten die Schweizer Wähler eine strengere Waffenkontrolle ab, darunter auch den Vorschlag, den Kauf von automatischen Waffen zu verbieten und ein Feuerwaffenlizenzsystem einzuführen.

Im Mai kommt es erneut zu einer Abstimmung, darüber, ob im Rahmen des Schengen-Abkommens die EU-Richtlinien übernommen werden. Die EU droht mit Ausschluss, wenn die Schweiz dagegen stimmt, allerdings hiess es beim Beitritt 2005, dass es für den Waffenerwerb weiterhin keinen Bedürfnisnachweis brauchen würde und mit Brüssel Lösungen gefunden werden könnten.

Wird das Gesetzt angenommen, dann wäre für die Zulassung halbautomatischer Waffen mit grossen Magazinen eine Registrierung notwendig. Die Sturmgewehre der Soldaten wären nicht betroffen.

Laut Gegnern würde das ein Verbot für über 80 Prozent der im Schiesssport verwendeten Waffen bedeuten, laut Befürwortern könnten private Schützen ihren Sport weiter frei ausüben und Waffen kaufen oder verkaufen.

Publiziert am 06.03.2019 / 15:46 von Mediabox Team