Nachhaltigkeit - Hast du Angst oder Interesse?

Begriffe wie Zero Waste hören sich für manche überwältigend an, vielleicht sogar teuer oder wie ein riesiger Einschnitt in den eigenen Lebensstil.

Also eines Vorweg: In der Schweiz wird ca. 52% des Hausmülls recycled. So einfach geht der erste Schritt, du hast ihn nicht mal bemerkt.

Weiter reduzieren, kann wen es interessiert, so weit es ihn interessiert. Niemand kann dich zwingen und wirklich Null Abfall gibt es nicht.

Hier sind einige einfache weitere Schritte, wie man seinen ökologischen Abdruck verringern kann.

Wenn es dich interessiert, musst du deswegen nicht mit allem gleichzeitig beginnen, der erste Schritt ist immer: aufbrauchen, was du bereits hast.

Dann kannst du dir ja ein, oder mehrere, Punkte aus der Liste aussuchen, einige sind wirklich einfach, und werden keinen Einfluss auf dein Leben nehmen, aber trotzdem die Umwelt verbessern.

Kleider:

Diese Siegel kennzeichnen ökologisch, organisch oder ethische Mode. Schlussendlich braucht die Herstellung und die Entsorgung von Kleidern immer viele Ressourcen.

Polyester, Polyacryl (Dralon), Polyamid (Nylon, Perlon), Elastan (Lycra, Dorlastan) sind am wenigsten umweltfreundlich und sollten vermieden werden.

Am nachhaltigsten ist Secondhand, so landet es nicht im Müll, obwohl es zum Teil in fast neuem Zustand ist und es wurden keine neuen Ressourcen zur Herstellung verbraucht.

Transport

In der Schweiz wird es uns leicht gemacht, Zug und Tram sind (nach Velo und zu Fuss) am nachhaltigsten. Auch der Bus ist eine bessere Möglichkeit, weil er viele Leute transportiert, oder wenn ihr mehrere im Auto seid, teilt sich die Emission durch die Anzahl Passagiere.

Das Flugzeug ist einfach ein grosser CO2 Produzent und in den Ferien wird häufig sehr viel mehr Müll produziert als zu Hause. Wer nicht verzichten will, kann sich bei der Wahl der Ferienziele und der Reiseart (zum Beispiel Unterkunft vor Ort) den Umweltgedanken mit einbeziehen. So hast du auch während den Ferien weniger Stress, dich selber um Alternativen zu bemühen.

Der grösste CO2 und Müllproduzent ist jedoch das Kreuzfahrtschiff.

Lebensmittel

Das grösste Problem ist die Verpackung und die Lebensmittel Verschwendung.

Glas und Aluminium ist recycelbar, aber Plastikverpackungen sollten vermieden werden.

Hier findet ihr eine Liste mit Zero-Waste Läden innerhalb der Schweiz. Diese bieten Essen unverpackt an.

Eine weitere Möglichkeit ist es, grosse Mengen zu kaufen (auch billiger), um nicht für jede Mahlzeit neuen Plastikabfall zu produzieren, sondern durch die grosse Packung, den Abfall auf Plastikabfall alle paar Mahlzeiten zu reduzieren.

Und nutze was du hast, fange an zu planen, dann endet weniger im Abfall.

Auch landet vieles deswegen im Abfall, weil Supermärkte wie Coop und Migros Normen für Obst und Gemüse haben, sie müssen auf eine bestimmte Art und Weise geformt sein und eine bestimmte Grösse haben. "Deformierte" Ware ist von derselben Qualität und es gibt immer mehr Projekte, die diese an den Kunden bringen, statt alles weg zu werfen.

Denn mit einem Viertel der im Westen weggeworfenen Lebensmittel wäre der Welthunger besiegt.

Vergiss auch nicht, Abfälle richtig zu kompostieren. Tatsächlich kompostieren Orangen- und Bananenschalen im normalen Hausmüll gar nicht, wenn sie zwischen Plastik, von der Luft abgeschnürt, eingedrückt werden.

Wenn du keinen offenen Komposthaufen in der Küche haben willst, gibt es eine Auswahl an Kompost Behältern, in denen du deine Reste ökologisch verschwinden lassen kannst, vorausgesetzt natürlich du stellst den Kompost dann vor die Tür oder bringst ihn zu einem öffentlichen Komposthaufen (informiere dich, was diese akzeptieren, Papier ist häufig erlaubt, nicht immer, etc.) oder, wenn du einen Garten hast, es sogar selber wiederverwendest.

Haushalt: Küche

Immer ein ähnliches Prinzip, möglichst viel Plastik durch recycelbares und wiederverwendbares Material ersetzen.

Natürlich nur was du brauchst, und vorher die Plastikgegenstände, die du noch hast, bis zum Ende benutzen, "Waste", der viel Müll, entsteht auch dadurch, dass wir vieles wegwerfen, was noch benutzbar ist, um es mit immer Neuem zu ersetzen.

Wenn es soweit ist, informiere dich über die richtige Entsorgung.

So kannst du dich schrittweise, so weit, wie es für dich funktioniert, deinen Müll reduzieren.

Haushalt: Pflege

Ein schwiereiges Thema, Null ist kaum möglich. Aber du kannst, nach Ablauf des Lebens deiner momentanen Pflegeprodukte, diese mit hochwertigeren Produkten ersetzen, die länger leben.

Ganz einfach, sehr effektiv: Bambuszahnbürste! Wie viele Zahnbürsten hast du in deinem Leben schon weggeworfen? Keine Ahnung...

Ein weiteres Beispiel sind feste Seifen und Shampoos, da diese selten in Plastikbehältern kommen, weniger Schadstoffe beinhaltet (also auch besser für dich) und länger halten. Oder hole diese in extra grossen Packungen, wenn diese unhandlich sind, kannst du sie in alte, kleine Behälter umfüllen. Auch das reduziert die vielen kleinen Plastikbehälter, die sonst regelmässig im Müll landen. (Es gibt auch die Möglichkeit, Seife oder Shampoo selber zu machen)

Weitere Beispiel sind Rasierer aus Metall. Statt regelmässig Wegwerf Rasierer in den Müll zu schmeissen, kannst du dir Eine, gute, Klinge (online für ca. 25.-) besorgen, die Jahre hält. Der Umgang muss gelernt werden!

Auch Schminke gibt es ethische, in mehrheitlich Glas- und Aluminium- oder Bambus- Behältern, aber nur selten ganz ohne Plastik zu finden. Das nützlichste (und schwerste): aufbrauchen! Bevor es Neues, Ähnliches gibt.

Watte und Abschminktücher können durch Tücher und wiederverwendbare Pads ersetzt werden.

Haushalt: Putzen

Zurück zu den Wurzeln. Statt die super Reiniger aus dem Supermarkt, meistens sehr chemisch, kann man diese mit, genauso effektiven, natürlichen Mitteln ersetzen, die viele bereits in der Küche haben.

Putzmittel Nr. 1: Essig: (Hier findet ihr detaillierte Informationen):

1 EL Essigessenz (klaren Essig verwenden! Apfelessig und ähnliches funktioniert nicht) und 300 ml Wasser.

Naturreines ätherisches Öl (optional, für den Geruch, Duft eurer Wahl).

Oder

1 x weißer Essig : 4 x Wasser

Oder

10- 20g Zitronensäure und ein Liter Wasser.

Und auf diesem Blog könnt ihr euch über weitere Möglichkeiten, zum Beispiel Waschmittel, informieren.

Auch teilt er einfache Tips, wie Wäsche aufhängen, statt in den Trockner, alte T-Shirts als Lumpen verwenden und es gibt auch Bürsten aus natürlichem Material.

Mehr Informationen über Alternativen gibt es auf englischen Seiten, wie dieser, von Bleiche, über Febreze bis Insektenspray.

Täglich

Im Alltag: Am einfachsten und doch die grösste Umstellung:

Wiederverwendbare Flaschen, Becher, Taschen, aus Stoff, selber zum Einkaufen mitbringen.

Essen vorbereiten und in einem alten Plastikcontainer oder eurem neuen recyclebaren Container mitbringen, statt Take-out.

Wem auf der Arbeit kein Besteck zur Verfügung gestellt wird, auch mitbringen.

Das Ganze kann man, wenn nötig, in Sandwichtaschen einwickelt, Aluminium, oder Bienenwachstücher (als Ersatz für Cellophanfolie, ist mit Wasser und Spülmittel waschbar).

Strohhalme, für alle die es mögen, aus Glas, Keramik oder Metall zum wiederverwenden. Besonders Plastikstrohhalme richten einen erheblichen Schaden an (Wer kennt die Videos von den Schildkröten die an Röhren in ihrer Nase ersticken nicht?)

Digitale Verschmutzung

Produziert mehr CO2 als der Flugverkehr. Spam E-Mails brauchen so viel Strom, wie eine Millionenstadt. Für das Übertragen, Sichten, Bearbeiten und Filtern, dabei will sie gar keiner.

Also: Deabonnieren und löschen!

Daten besser auf der Festplatte als in der Cloud speichern.

Grüne Suchmaschinen: Funktionniert wie Google, nur werden die Werbeeinnahmen in die Erhaltung der Natur investiert. Bekannteste Beispiel: Ecosia: https://www.ecosia.org/. Diese investieren 80% von ihrem Gewinn, um Bäume zu Pflanzen, um unsere Luft und die Biodiversitität zu verbessern.

 

Basics

  1. Deinen Lifestyle Überdenken
  2. Nicht annehmen, was du nicht brauchst
  3. Reduzieren was du brauchst (zu was du wirklich brauchst)
  4. Wiederverwenden (weitergeben oder tauschen)
  5. Reparieren (statt ersetzen)
  6. Verschenken (Aber, so lieb du es auch meinst, nicht jeder will deine Sachen. Vorher sicherstellen, dass sie dann auch verwendet werden, dass ist ja der Punkt. Gilt auch für Sachen wie Kleidersammlung, sind sie seriös? Leider nicht immer)
  7. Wiedergewinnen (zum Beispiel Upcyclen, heisst, dasselbe für etwas Anderes verwenden: alte Flaschen als Vasen, alte Dosen wieder auffüllen, Einmach- und Marmeladengläser als Behälter für unverpacktes Essen, aus Kisten Tische und Regale machen, alte T-Shirts als Lumpen verwenden, und für Alle, die wissen, was Soap Brows sind, dafür kann man auch eine alte Zahnbürste verwenden. Natürlich nur, wenn man diese Dinge auch braucht, sonst:)
  8. Recyclen

Es handelt sich hierbei um ein Bewusstsein, was du daraus machst ist deine Entscheidung.

Die Konsequenzen dieser Entscheidung werden wir aber tragen müssen.

Wow, cool das ihr so weit gelesen habt, hoffe es hat neue Erkenntnisse gebracht!

Publiziert am 04.03.2019 / 15:51 von Mediabox Team